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Praxistipp Controlling 2 min

Aktivitatsbasiertes Budgetieren für Führungskräfte ohne Zeitreserve

Minimaler Aufwand, maximale Erkenntnisse im ersten Schritt

Nils Obermayer
Aktivitatsbasiertes Budgetieren für Führungskräfte ohne Zeitreserve

Vollstandiges aktivitatsbasiertes Budgetieren nach Lehrbuch benötigt laut einer Studie des ICV aus dem Jahr 2021 im Schnitt 14 Wochen Einführungszeit. Das ist für die meisten Controlling-Teams in mittelstandischen Unternehmen schlicht nicht realistisch.

Drei Schritte, die auch unter Zeitdruck funktionieren

  1. Aktivitatsinventur auf die Top-5-Kostentreiber beschranken: Statt alle Prozesse zu erfassen, identifizieren Sie nur die 5 Aktivitaten, die zusammen mehr als 60 % der Kosten verursachen. Das dauert erfahrungsgemäß 2 bis 3 Arbeitstage.
  2. Bestehende Daten nutzen, keine neuen Systeme einführen: ERP-Daten aus SAP oder Datev reichen für einen ersten Aktivitatsspiegel völlig aus. Neue Software ist erst sinnvoll, wenn das Konzept intern akzeptiert ist.
  3. Einen Testzyklus von einem Quartal definieren: Nicht das gesamte Jahresbudget umstellen, sondern einen Bereich für 3 Monate testen und auswerten.

Was dieser Ansatz nicht leisten kann

Eine verkürzte Einführung liefert keine vollstandige Kostentransparenz. Sie liefert einen Einstiegspunkt. Wer nach dem ersten Quartal erkennt, dass die Methode zum Unternehmen passt, kann den Umfang schrittweise erweitern. Wer feststellt, dass die Datenbasis unzuverlassig ist, spart sich eine aufwandige vollstandige Umstellung.