Im Frühjahr 2022 starteten wir in unserem Unternehmen mit 280 Mitarbeitern einen Piloten für aktivitatsbasiertes Budgetieren. 4 Monate spater brachen wir den Versuch ab. Die Gründe sind lehrreich.
Fehler Nr. 1: Zu viele Aktivitaten auf einmal
Wir definierten beim Start 68 verschiedene Aktivitatskategorien. Das war ein Fehler. Mitarbeiter konnten ihre Tätigkeiten nicht sinnvoll zuordnen, die Datenqualitat sank auf unter 40 % valide Einträge. Praxisnahe Empfehlungen in der Literatur sprechen von maximal 15 bis 20 Kategorien für eine erste Pilotphase.
Fehler Nr. 2: Kein klares Ownership
Wir hatten keinen einzelnen Verantwortlichen für die Methodik. Stattdessen teilten sich 3 Controller die Aufgabe nebenher. Das reichte nicht aus. Datenpflege, Mitarbeiterschulung und Auswertung blieben liegen.
Was der zweite Versuch anders machte
Im Herbst 2023 starteten wir neu: 12 Aktivitatskategorien, eine dedizierte Controlling-Stelle mit 30 % Zeitanteil für ABB, und ein Pilotbereich mit stabilen, wiederkehrenden Prozessen. Nach 2 Quartalen lagen uns erstmals belastbare Daten vor, die tatsachlich Entscheidungen informierten. Der erste Fehlversuch war notwendig, um zu verstehen, wo die Methode wirklich scheitert.